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Alt 20-05-2010, 19:50   #1 (permalink)
beyond tellerrand
 
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Future of Web Design 2010 (London)

Habe meine Bilder schon einmal online gestellt. Ein Bericht folgt...
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Alt 27-05-2010, 16:13   #2 (permalink)
beyond tellerrand
 
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Wie angekündigt mein ausführlicher Rückblick zur FOWD in London:

FOWD London 2010

Vom 17. bis zum 19. fand in London »Future of Web Design« statt. Wir waren vor Ort und haben Atmosphäre aufgefangen und Impressionen gesammelt, um euch an der Veranstaltung und den Vorträgen der namhaften Sprecher teilhaben zu lassen.

Workshops


Joshua Davis erläutert das HYPE Framework

Wie inzwischen bei vielen anderen Veranstaltungen in diesem Bereich auch, findet am Tag vor der eigentlichen Konferenz ein Tag mit Workshops statt. In diesem Fall waren es vier ganztägige Trainings von 9:00 Uhr bis 17:00 Uhr mit vier unterschiedlichen Themen: Paul Boag erklärte seinen Teilnehmern, wie Sie ein erfolgreiches Web Design Gewerbe betreiben. Dabei drehte es sich nicht nur um die Fähigkeiten, die ein Web Designer mit sich bringen muss, sondern vielmehr auch um alles, was neben der eigentlichen Gestaltung und Programmierung anfällt. Darunter z. B. Werbung für sich selber, Kundenansprache und –Akquise und das Kalkulieren von Budgets. Joshua Davis führte die Teilnehmer – wie auch schon auf der FFK10 in Köln – in das Framework HYPE ein. Wie immer mit einer unglaublichen Energie und Charme. Was hier überzeugte, war nicht zwingend das Erläutern der Frage »Wie funktioniert es genau?« sondern die Antworten auf »Wozu ist das gut?«. Davis schaffte es den Zuhörern zu vermitteln, was die Vorteile und der Sinn von HYPE sind. Das Training von Molly Holzschlag war das einzige, was komplett ausverkauft war. Kein Wunder: Molly ist seit Jahren ein Begriff, wenn es um Web-Entwicklung und –Standards, sowie neue Technologien geht. In Ihrem Workshop führte Sie in die Thematiken HTML5 und CSS3 ein und erläuterte alle Neuerungen dazu. Relly Annett-Baker beschäftigte sich in Ihrem ganztägigen Kurs mit Text und Bild, also den Inhalten, die zum fertigen Produkt dazu gehören. Sie richtete sich in Ihrem Workshop an Gestalter, die mit kleinen bis mittelgroßen Projekten zu tun haben, in denen genau dafür das Budget knapp ist. Insgesamt waren die Themen der Trainings ausgewogen ausgesucht und alle Veranstaltungen waren gut besucht. In der Mittagspause gab es für alle Teilnehmer ein kostenloses und gutes Mittagessen. Die Organisation der Workshops war gut und professionell durchgeführt.

Konferenz – Tag 1


Der Hauptsaal in "The Brewery"

Am zweiten Tag startete die eigentliche Konferenz in der »Brewery«. Der Veranstaltungsort war ein gut gewählter Ort mit perfekter Technik und gemütlicher Backsteinbau-Atmosphäre. Der Hauptsaal fasste gut 350 Leute und im zweiten Raum hatten ca. 150 Personen Platz. Eröffnet wurde die Veranstaltung nicht mit einer Keynote von einem der Sponsoren, sondern von Brendan Dawes, den einige evtl. von einer der vielen Flash Konferenzen kennen. Ich selber habe ihn das erste mal in Amsterdam auf der Flashforward 2001 gesehen uns seitdem freue ich mich bei vielen anderen Events auf seine Vorträge. Brendan hatte sehr nette, interaktive Slides die je nach dem wie er auf Ihnen malte anders reagierten. So brachten einige Gesten zufällige Tweets zu seinen Vorträgen auf den Bildschirm, während andere wie zufällig erscheinende Themen erscheinen ließen. Er erläuterte seine Arbeits- und Denkweise im Bezug auf die aktuellen technischen Möglichkeiten und den Umgang mit Ihnen im Bezug auf die Kreation mit denselben. Es war ein provokativer Vortrag, der aber bewusst zum nachdenken anregen sollte und nicht als »in Stein gemeißelt« gesehen werden darf. Das Interesse an einem seiner Fotos (mehr als 26.000 Views und etliche Kommentare) und der darauf gezeigten These zeigt, wie wenig Sinn es macht das ganze losgelöst aus dem Kontext zu sehen. Ab dem zweiten Vortrag fanden auch im kleineren Raum Vorträge statt. Ich selber freute mich auf Dan Cederholm, dessen Bücher ich seit seinem ersten Buch lese. Dan Cederholm ist einer der Vordenker, wenn es um die Nutzung neuer Techniken (CSS/HTML) geht. Das alles aber stets unter dem Aspekt, dass jeder der diese Neuerungen aus Gründen der Abwärtskompatibilität nicht sehen kann dennoch etwas Gescheites vorgesetzt bekommt. Es war nett ihn einmal persönlich zu sehen und mit ihm zu sprechen, von seinem Vortrag allerdings habe ich mir ein wenig mehr erhofft. Vielleicht liegt es eben daran, dass ich alle Bücher von ihm gelesen habe. So auch sein letztes mit dem Titel »Handcrafted CSS«, was in jedem Fall empfehlenswert ist, aus dem er aber seinen kompletten Vortrag zur Anwendung von CSS3 speiste. Auf seinen Vortrag folgte eine knappe Stunde Pause.

Pause ist hier allerdings nicht gleich »Hinsetzen und Ausruhen« (ging natürlich auch), sondern jede Menge Aktivitäten. In der morgendlichen Pause fand das so genannte »Speed Networking« statt, bei dem verschiedenfarbene Ballons unterschiedliche Interessengruppen symbolisierten. Die Ballons waren an runde Tische gebunden und man hatte die Möglichkeit sich eben zu diesen Gruppen dazu zu gesellen und mit anderen Teilnehmern auszutauschen.


Remy Sharp erläuterte Grundlagen zum Arbeiten mit jQuery

Direkt nach der Pause entschied ich mich für den Vortrag »jQuery for Designers: All You Need to Code« mit Remy Sharp, der mir von vielen guten Tutorials zu jQuery schon bekannt war. Er zeigte praxisnah, wie einfach der Einstieg in die Thematik ist und erläuterte Stolperfallen und weil der Vortrag eher an Designer gerichtet war, beleuchtete er zum Großteil Grundlagen. Diese aber in sehr verständlicher und guter Weise. Der nächste Vortrag wurde von Robin Christopherson gehalten. Das Thema: »Accessibility in Web Design«. Und wer könnte besser darüber referieren als ein blinder Vortragender, der tagtäglich mit den Hürden der Unzugänglichkeit zu kämpfen hat. Ein wirklich spannender Vortrag mit vielen nützlichen Tipps.


Mittagspause

Nach anderthalb Stunden Mittagspause fand der erste Vortrag eines Sponsors statt. Aarron Walter von Mailchimp sprach unterhaltsam vom Interface Design und den Anforderungen an Interfaces im Bezug auf Benutzbarkeit und das Benutzererlebnis. Alles am Beispiel der Mailchimp Website. Für einen Sponsorenvortrag absolut gelungen. Als nächstes entschied ich mich für »10 Tips for iPhone Interface Design« mit Sarah Parmenter. Meinen ersten Zweifeln wich schnell Entzückung, denn man bekam von Sarah nützlich Tipps und sehr ansehnliche Folien geboten. Sie erläuterte zum Beispiel noch einmal genau die Apple Interface Guidelines und deren Sinn und Zweck und untermauerte deren Nutzen anhand von wirklich abschreckenden App-Beispielen.


Das Konzept der »Design Clinic« funktionierte. Hier Jon Hicks in einem Gespräch mit einer Teilnehmerin

Die Pause am Nachmittag wurde mit der »Design Clinic« gefüllt. Dabei handelt es sich um eine Q&A Session in der jeder Teilnehmer 5 Minuten Zeit hat seine Frage an bestimmte Sprecher zu stellen. Für diesen Nachmittag waren das Relly Annett-Baker, Mike Kus, Molly Holzschlag, Jon Hicks und Simon Collison. Diese saßen jeweils an einem Tisch in einem Raum und die Teilnehmer konnten sich anstellen, um ihre Fragen loszuwerden. Ich persönlich hätte nicht gedacht, dass dies auf so großes Interesse stößt. Doch es war sehr erfolgreich und viele kamen mit Notebooks, Blöcken und Papier bewaffnet um ihre ganz persönlichen Fragen zu stellen und Probleme gelöst zu bekommen.

Im Anschluss dann der Gegenbeweis zum gelungenen Sponsorenvortrag von Mailchimp, denn die Art und Weise, wie Monotype vertreten durch Allan Haley ihren Sponsoren-Slot nutzen war wenig überzeugend. Abgedroschene Verkäuferphrasen ließen viele vorzeitig aufstehen und Inhaltlich war der Vortrag ebenfalls nicht informativ genug, um den Vortragsstil auszuhalten. Ebenfalls nicht 100% überzeugt hat mich der Vortrag von Paul Boag, den ich sonst sehr schätze. Er griff tief in die Klischeekiste und beschrieb Fähigkeiten abseits von Design und Programmierung, die ein Web Designer heutzutage angeblich benötigt. Leider war der Vortrag für meinen Geschmack sehr polemisch im negativen Sinn. Die These, dass jeder Web Designer auch ein guter Texter sein muss ist nur eine der Äußerungen, der ich nicht zustimmen würde.

Die Party ab 19:30 Uhr bewies allerdings, dass Geeks feiern können. Die Veranstalter suchten einen trashig-kuscheligen Club aus und spendierten allen Teilnehmern 2 freie Getränke. Zeit sich mit einigen Leuten intensiver auszutauschen und alte Freunde wieder zu treffen.

Konferenz – Tag 2


Gut besucht: Auch am zweiten Tag waren die Teilnehmer zeitig vor Ort

Molly Holzschlag eröffnete mit »Progressive CSS3 Design« den zweiten Tag der FOWD parallel zu Niamh Phelan mit »Google Analytics Masterclass«. Molly beschrieb den aktuellen Stand von CSS3 und die Anwendbarkeit für die verschiedenen Browser. Sie unterstrich erneut, wie müßig es wieder einmal wegen diverser Inkonsistenzen ist für die verschiedenen Browser mit CSS3 zu entwickeln. Sie zeigte, was schon alles in welchen Browsern funktioniert und machbar ist. Den nächsten Vortrag, den ich mir nach der morgendlichen Pause mit Speed Networking ansah war Elliot Jay Stocks mit »How to be More Successful Through Self-Promotion, Without Selling Your Soul« der zwar mit viel Spaß vorgetragen war, mich inhaltlich aber nicht vom Hocker riss. Solche Themen sind meines Erachtens wirklich schwer richtig gut zu gestalten, ohne dass man gleich in Phrasendrescherei verfällt. Einige der gesagten Dinge waren gut, hielten mich aber nicht davon ab mir die zweite Hälfte des parallel sprechenden Aral Balkan mit »The Art of Emotional Design« anzuschauen. Zwar hatte ich diesen Vortrag schon kurz zuvor in Belgien auf der MultiMania gesehen, aber auch so ist es immer wieder nett Aral sprechen zu sehen. Viele der Anwesenden haben nach der Konferenz in Ihren Berichten geschrieben, dass Sie den Vortrag von Aral für den besten auf der Konferenz hielten. Ich blieb im Aschluss im kleinen Saal und schaute mit Anna Debenham’s »Freelancer Survival Tips« an. Ein wenig voreingenommen und mit der Erwartung auf wiederholte Phrasendrescherei wurde ich doch sehr überrascht. Anna trug mit so viel Herz und Liebe zum Detail vor, dass es eine wirkliche Freude war ihr zuzusehen. Das spiegelte sich auch in den Slides zu Ihrem Vortrag und den von ihr genutzten Fotos wieder. Sehr erfrischend und für ihr junges Alter ausgesprochen erfahren gab Sie hilfreiches Wissen anhand eigener Erfahrungen an die Teilnehmer weiter. Mein persönliches Highlight der FOWD war jedoch Jon Hicks. Dessen Arbeiten ich schon lange verfolge und bewundere. Sein Thema »Icon Design« war mit praktischen Anregungen gespickt und seine Aussagen immer von fundierten Beispielen untermauert. Und an seinen Icons erkennt man auch bei ihm die Liebe zu Detail. Es lohnt sich in jedem Fall seine Folien (PDF ~18MB) herunter zu laden und wer noch mehr sehen möchte, kann sich auf Vimeo seinen Vortrag von der FOWD in London anschauen.


Sarah Parmenter berät eine Teilnehmerin

Die Doktoren der »Design Clinic« an diesem Tag waren Paul Boag, Sarah Parmenter, Elliot Jay Stocks, Remy Sharp und Dan Rubin. Und wieder waren viele Leute anwesend, um sich die Beratung zu Ihren Problemen und Fragen abzuholen. Abschließend schnupperte ich in den Vortrag von Dan Rubin zu Usability Testing rein, der einen guten Eindruck machte, von dem ich aber zu wenig mitbekam, um ein echtes Statement abzugeben.

Zusammenfassend war ich sehr positiv von der freundlichen und gemütlichen Atmosphäre angetan. Alles wirkte sehr familiär und zugleich war alles sehr professionell organisiert und durchgeführt. Gespräche mit Ryan Carson, dem Kopf hinter Carsonified und zugleich Veranstalter des Events, haben mir gezeigt, dass man trotz hoher Professionalität denn Sinn für die Community und die Besucher des Events behalten kann. Meiner Meinung nach ist das auch der einzige Garant für erfolgreiche Veranstaltungen, weil die Teilnehmer es merken, wenn das Herz fehlt. Leider gibt es bereits allzu viele Beweise dafür. Inhaltlich könnte etwas mehr Tiefgang nicht schaden. Zwar liest sich die Sprecherliste geradezu fantastisch, aber das ist eben nicht alles. Es fehlten ein wenig die experimentellen Dinge. Etwas, das zum Nachdenken oder Umdenken animiert oder was einen beim Zuhören einfach auch mal nur überfordert. Die Themen waren sehr gut vorgetragen, aber hier und da fehlte im Vortragsstil der Pep, den eben ein Aral Balkan mitbringt – was sein Feedback zu diesem Event verdeutlicht. Das klingt vielleicht negativer als es gemeint ist, denn jedem der sich für Web Design, CSS, HTML, JavaScript, jQuery und Co interessiert kann ich diesen Event nur empfehlen. In der Kategorie das Beste, was ich bisher besucht habe.

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