Wir (Marc und ich) haben uns für das Forum mal nach Podcasting und Screencasting Möglichkeiten umgesehen und einen großen Haufen Soft- und Hardware ausprobiert. Noch sind wir zwar in der Erprobungsphase, hier aber schon mal unser Zwischenergebnis kombiniert mit einem Kurztest des JamMate UFO Mikrofons. Wir sind gespannt, was Ihr davon haltet und welche Erfahrungen Ihr bisher zum Thema gemacht habt.
Kurztest Audio- und Screencasting (u. a. mit JamMate UFO)
Das Mitteilungsbedürfnis in der Web-Cummunity ist groß doch ist nicht jeder ein Freund von geschriebenem Text. So nimmt die Beliebtheit von Audio- und Videocasts rasant zu. Hervorragende Online-Magazine wie
Technikwürze und populäre Internetshops wie Apples iTunes Store - die im Übrigen Schuld daran sind, dass man in Anlehnung an deren Designer-Hardware auch von Podcasts sprich – machen es vor. Und in der Tat, es ist oft viel angenehmer, einen Beitrag zu hören oder vielleicht sogar zu sehen, als sich augenermüdend am Bildschirm durch den einen oder anderen Text zu quälen. Doch die Qualität sollte stimmen. Verrauschte und klirrende Aufnahmen machen keinen Spaß und schrecken mehr ab als das sie nützen.
Die Produktion von Podcasts in guter Qualität – sprachliche Eigenheiten des Sprechers mal außen vorgelassen – ist heute auch kein Problem mehr. Ein guter Podcast ist dabei mit etwas Routine außerdem noch schneller erstellt, als ein vergleichbarer Blog-Beitrag in Textform. Dabei sind Zutaten eines guten Podcasts übersichtlich: Neben einem Computer und der passenden Software ist nur noch ein Mikrofon erforderlich. Ein wenig Nachbearbeitung kann der eigenen Aufnahme in der Regel auch nicht schaden, bevor diese dann im passenden Format ins Internet – beispielsweise per Blog – der Welt
präsentiert wird. Unter
Podcast+ finden sich zahlreiche Beispiele und Tipps für den Einstieg. Darunter auch ein Bericht zu
Audacity. Einer Audioschnitt Software, die nicht nur für Audiocasts geeignet, sondern auch kostenlos und für Windows, Mac und Linux erhältlich ist. Aber letztendlich kann man mit fast jedem Audio-Editor Audiocasts aufzeichnen.
Für die Aufnahme von Screencasts, also für das Abfilmen des Bildschirms beispielsweise für Tutorials, ist die Auswahl an Software überschaubar. Als Marktführer gilt TechSmith
Camtasia, das sowohl für Windows als auch für Mac verfügbar ist. Die Mac-Version bietet zurzeit jedoch deutlich weniger als die Windows-Variante (
Vergleich der Versionen). So fehlt beispielsweise das Aufzeichnen von Regionen oder das Pausieren während der Aufnahme. Eine Alternative auf dem Mac ist Telestream
ScreenFlow, das aber ebenfalls noch nicht an den Marktführer Camtasia heranreicht. Erst seit kurzem für Windows erhältlich ist Microsoft
Expression Encoder 3 mit Screen Capture. Alle bieten grundsätzliche Bearbeitungsfunktionen und zeichnen neben dem Bildschirm und Ton auch noch eine angeschlossene Videokamera auf. Zwar bietet der Markführer Camtasia bisher die meisten Möglichkeiten, verbraucht aber auch die meiste Systemlast. Wer Schnitt und Nachbearbeitung ohnehin in einem anderen Programm macht, sollte deshalb auch mal einen Blick auf die Mitbewerber werden. Und wer lieber eine Folge von Screenshots aufzeichnet und daraus einen Screencast erzeugen möchte, der kann auch mal einen Blick auf Adobe
Captivate werfen.
Aufnahmen mit dem Laptopmikrofon oder der Webcam sind in aller Regel keine Option: Die Qualität ist auf Dauer zu schlecht: Grundrauschen, Umgebungsgeräusche und der schlechte Klang machen eine Nachbearbeitung schwierig und sind auch für den Zuhörer später keine Freude. Bei Headsets verhält sich das ähnlich, außer man ist bereit, für professionelles Equipment tief in die Tasche zu greifen. Und nicht jeder mag die Nackenbügel.
Hinsichtlich Qualität und Preis haben sich Sprechermikrofone (Broadcasting-Mikrofone) ähnliche denen beim Radio durchgesetzt – mittlerweile werden diese Mikrofone auch gerne als Podcasting-Mikrofone bezeichnet. Die Herausforderung hier ist, dass man relativ nah und direkt in einer möglichst gleichen Position in das Mikrofon sprechen muss. Dafür wird man mit einer guten Tonqualität und wenigen Umgebungsgeräuschen belohnt. So gelangen Straßenlärm oder das Rumpeln des Nachbarn nicht mit in die Aufnahme. Wer aber zum Zappeln neigt oder viel gestikuliert, sollte vielleicht doch eher über ein Headset nachdenken.
Günstige Podcasting-Mikrofone gibt es bereits für deutlich unter 100 Euro, professionelle Lösungen aus Studiomikrofon, Mischpult und Audio-Interface kommen schnell auf mehr als 500 Euro. Ein hervorragender Kompromiss ist beispielsweise das
JamMate UFO für knapp 160 Euro. Dieses zeichnet sich durch seine sehr unkomplizierte Nutzung aus: In aller Regel wird das Mikrofon per USB direkt an den Rechner gesteckt und schon kann die Aufnahme beginnen. Die Tonqualität ist dabei verglichen mit den Mitbewerbern wie z. B. dem
Samson C01U deutlich besser. Weniger Grundrauschen und mehr Volumen sind deutlich zu hören. Aber es ist klar, dass die Qualität beispielsweise nicht mit einem
Rode Procaster mithalten kann. Dafür braucht man bei diesem mindestens noch ein Audio-Interface zum Anschluss an den Computer und ist dann schnell gleich doppelt so teuer. Und wer über eine mobile Lösung nachdenkt, für den lohnt das UFO ebenfalls: Es ist sehr leicht und es muss nichts extra transportiert werden, da das Audio-Interface direkt im Mikrofon verbaut ist. Als kleine Zugaben verfügt das UFO Kondensator-Mikrofon noch über eine regelbare Eingangsempfindlichkeit, einen Kopfhöreranschluss und ein einfaches Kunststoff-Case für den mobilen Einsatz.
Aber letztendlich ist auch das Hören eine subjektive Sache. Und Qualitätsunterschiede nimmt man erst richtig im direkten Vergleich war. Wichtiger als die Qualität ist sicherlich der eigentliche Inhalt. Genauso verhält es sich auch beim Podcasting. Für viele mag eine billige Webcam mit Mikro durchaus ausreichend für die Aufnahmen sein. Wer sich jedoch von der Masse abheben will, aber die Kosten und Komplexität von professionellem Equipment scheut, der findet im JamMate UFO nicht nur einen Kompromiss, sondern erhält gleichzeitig eine hervorragende mobile Lösung.